neXTkultur 2015 los geht´s: vor Ort Kommunale Strukturen und Förderung in der Jugendarbeit, Teil II

Das Projekt neXTkultur nimmt in 2015 insbesondere die kommunale Ebene in den Blick und fördert regionale Partnerschaften/Kooperationen zwischen etablierten Jugendverbänden/-gruppen und Migrant-inn-enjugendselbstorganisationen (MJSOen).

Zur Regionalisierungsstrategie gab es bereits im Frühjahr ein Auftakt-Treffen mit Verteter-inne-n der MJSOen in Niedersachsen, bei dem sie ausführlich über (kommunale) Strukturen, rechtlichen Grundlagen und das Selbstverständnis der Jugend(verbands)arbeit in Niedersachsen informiert wurden. 

Auch weiterhin werden MJSOen in vielfältigen Bereichen begleitet und beraten. Insbesondere werden sie dabei unterstützt, ein eigenständiges Profil ihrer Jugendarbeit zu entwickeln sowie auf kommunaler Ebene Kontakte zu anderen Verbänden und der kommunalen Trägerlandschaft zu knüpfen. 

In Zukunft wird im Projekt neXTkultur ein deutlicher Schwerpunkt auf Qualifizierung gelegt, da ein interkultureller Öffnungsprozess die fachliche Qualifizierung aller Beteiligten benötigt. Dafür sind folgende Module geplant:

Sensibilisierung der kommunalen Trägerlandschaft/ Jugendpflegen und Jugendringe

Nachdem die MJSOen in kommunalen Strukturen fit gemacht wurden, ist es zudem erforderlich, auch die kommunale Trägerlandschaft zu sensibilisieren. 

Dabei sind zum einen Jugendpfleger-inn-en im Fokus, da sie Expert-inen für Jugendarbeit sind und sogar gesetzlich dazu verpflichtet, Jugendarbeit aller Kinder und Jugendlichen zu unterstützen. Zudem bieten Jugendringe eine echte Beteiligungsmöglichkeit in den kommunalen Strukturen. 

Eine Qualifizierung der Mitarbeitenden/Ehrenamtlichen der kommunalen Jugendpflege und der kommunalen Jugendringe ist wünschenswert, um kommunale Anlaufstellen für MJSOen innerhalb der Strukturen der Jugendarbeit zu schaffen und in die Strukturen der Jugendarbeit zu integrieren. Ein interkultureller Öffnungsprozess kann nur gelingen, wenn eine gegenseitige Bereitschaft vorhanden ist. 

Kultursensible Juleica-Schulungen 

In den MJSOen gibt es viele Jugendleiter-innen, die Interesse haben, an einer Juleica-Ausbildung teilzunehmen und sich so für ihr ehrenamtliches Engagement besser zu qualifizieren. Leider wissen viele Interessierte nichts von den bestehenden Juleica-Ausbildungen. Plätze in Ausbildungen bleiben so teilweise frei und Jugendleiter-innen ohne Juleica. Das neXTkultur-Team arbeitet derzeit an einer Juleica-Datenbank, in die Anbieter-innen der Juleica-Ausbildungen ihre Schulungen und Angebote eintragen können. Das neXTkultur-Team unterstützt gerne bei der Vermittlung. Bestehende Juleica-Aus- und Fortbildungen der Träger der Jugendarbeit können in diesem Zusammenhang für junge Menschen aus MJSOen geöffnet und ggf. an diverse Bedürfnisse angepasst werden. 

Durch kultursensible Juleica-Schulungen wird ein niederschwelliges Angebot für erlebbare Demokratie geschaffen, bei der gleichzeitig ein Abbild unserer vielfältigen Gesellschaft erschaffen wird, durch die alle Beteiligten etwas voneinander lernen können. Zudem sollen auch Juleica-Ausbilder-innen (weiter-) qualifiziert werden. Für Anregungen zur Planung und Durchführung einer kultursensiblen Juleica hat der Landesjugendring bereits ein Juleica-Praxisbuch veröffentlicht. Gerne unterstützt das neXTkultur-Team die Verbände dabei, bei den anstehenden Jahresplanungen die eine oder andere Juleica-Schulung kultursensibel auszurichten. 

Interkulturelle Sensibilisierung der Verbände

Zu guter Letzt sollen auch die Qualifizierungsmodule für Verbände weitergeführt werden. Denn eine dialogorientierte Arbeit, die Zusammenarbeit mit Migrant-inn-enjugendselbstorganisationen sowie die Entwicklung von diversitätsbewussten Angeboten erfordert ein hohes Maß an vielfaltsbewusster und migrationspädagogischer Kompetenz. Die unterschiedlichen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen in den Blick zu nehmen, eigene Stereotypen zu hinterfragen und jungen Menschen den Raum zu lassen, ihre jeweiligen Interessen, Probleme und Identitätsfragen äußern zu können, ist zudem eine besondere Herausforderung.