neXTkultur 2015 – Los geht´s: vor Ort! Kommunale Strukturen und Förderung der Jugendarbeit, Teil I

Mit dem Startschuss für neXTkultur im Jahr 2012 hat sich der Landesjugendring Niedersachsen auch auf den Weg eines interkulturellen Öffnungsprozesses begeben, auf dem es ein Schwerpunkt war, Migrant-innen-jugendselbstorganisationen (MJSOen) einzuladen, Teil der Jugendverbandslandschaft zu werden. Mit dem Juleica-Fachtag und dem vorläufigen neXTkulturAbschluss Ende 2014 wurden die bisherigen Projektaktivitäten, die vorwiegend auf Landesebene stattfanden, resümiert und Meilensteine für 2015 entwickelt.

Regionalisierung: Inititieren und begleiten von kommunalen Partnerschaften/Kooperationen zwischen etablierten Jugendverbänden/-gruppen und Migrantinn-en-jugendselbstorganisationen (MJSOen) 

2015 sollen nun insbesondere die kommunale Ebene in den Blick genommen und regionale Partnerschaften/ Kooperationen zwischen etablierten Jugendverbänden/-gruppen und MJSOen gefördert werden. Zum einen bietet die kommunale Ebene aufgrund der räumlichen Nähe die besten Kontakt- und Kooperationsmöglichkeiten, zum anderen wird Jugendarbeit gemäß des »bottom-up«-Prinzips »von unten« heraus gestaltet und aufgebaut. MJSOen werden so mit den Strukturen und Inhalten der Jugendarbeit vor Ort vertraut gemacht und ihnen werden Möglichkeiten der kommunalen Förderung aufgezeigt. 

Kooperationen erweisen sich in der Regel für die Partnerorganisationen als Win-win-Situationen 

In etablierten Jugendverbänden werden durch Kooperationen Diskussionsprozesse über Verfahrensweisen, Entscheidungswege und Partizipationsmöglichkeiten angestoßen. Eine schrittweise interkultuelle Öffnung kann somit stattfinden. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung und ihres breiten Know-hows auf dem Gebiet der Jugendverbandsarbeit können sie viel Wissen an die MJSOen weitergeben. Jugendverbände bieten Kindern und Jugendlichen Mitsprache und Teilhabe  an der Gestaltung gesellschaftlicher Prozesse und sind somit Orte des Demokratieerlebens. Gerade für z.B. die MJSOen, die bislang noch eher zentralistisch oder hierarchisch strukturiert sind, sind Kooperationen mit etablierten Verbänden von großer Bedeutung, um mit vielfältigen Angeboten in dieser Hinsicht auch neue Erfahrungen zu sammeln. Die von den MJSOen gewonnenen Erkenntnisse stärken zudem den Aufbau eines eigenständigen Profils ihrer Jugendarbeit und können an die jeweiligen Erwachsenenverbände weitergegeben werden und entfalten auch dort eine informative und öffnende Wirkung. 

MJSOen bereichern mit ihrer kulturellen Vielfalt wiederum etablierte Verbände, die im Austausch ihre interkulturellen Kompetenzen stärken können und für gleichberechtigte Teilhabechancen aller jungen Menschen, unabhängig ihres nationalen, kulturellen oder sozialen Hintergrundes, eintreten können.

Kooperationen zwischen etablierten Jugendverbänden und MJSOen haben sich deshalb als besonders wichtiges Instrument von interkulturellen Öffnungsprozessen erwiesen. Das aufeinander Zugehen, das Kontaktaufnehmen und die Zusammenarbeit bieten eine gute Gelegenheit des voneinder Lernens und insbesondere auch des Kennenzulernens. 

Kooperationen in neXTkultur

Verschiedene Kooperationen zwischen den etablierten Jugendverbänden, ihren lokalen Untergliederungen und MJSOen sollen im Projekt neXTkultur 2015 entstehen. Dazu wird gerade genauer analysiert, in welchen kommunalen Kreisen MJSOen aktiv sind und wo es seitens der etablierten Verbände Interesse gibt, sich auf eine spannende Kooperation einzulassen.

Die lokalen Kooperationen werden durch die Projektreferentinnen begleitet und beraten. Zusätzlich sollen Seminare und Qualifizierungsmaßnahmen für die notwendigen »Skills« für beide Partnerorganisationen angeboten werden. 

In den MJSOen gibt es viele Jugendleiter-innen, die Interesse haben, an einer Juleica-Ausbildung teilzunehmen und sich so für ihr ehrenamtliches Engagement besser zu qualifizieren. Daher soll es ein weiterer Schwerpunkt sein, die Teamenden der Juleica-Ausbildungen bei der kultursensiblen Ausgestaltung der Ausbildungen zu unterstützen. Eine weitere Herausforderung ist, dass viele Interessierte in den MJSOen nichts von den bestehenden Juleica-Ausbildungen wissen. Plätze in den Ausbildungen bleiben so teilweise frei und Jugendleiter-innen ohne Juleica. Daher wird es in Kürze einen Juleica-Terminkalender online geben, in den die Anbieter-innen der Juleica-Ausbildungen ihre Schulungen bzw. Angebote eintragen können. 

neXTkultur ist seit 2015 Bestandteil des Förderprogramms Generationhochdrei. MJSOen, deren Ortsgruppen, Jugendringe und auch anerkannte Jugendgruppen sowie Verbände können Anträge zur Förderung neuartiger Projekte zur interkulturellen Öffnung sowie zur strukturellen Integration im Rahmen des Förderprogramms stellen.